Die Insolvenz und der Insolvenzverwalter

Insolvenzanwälte in den Niederlanden

Nach der Erklärung einer Insolvenz wird der Insolvenzverwalter bestellt. Ein solcher Insolvenzantrag kann auf Wunsch der Firma selbst oder auf Wunsch eines der Gläubiger eingereicht werden. Das Gericht, das die Insolvenz erklärt, bestellt auch einen Insolvenzverwalter. Normalerweise handelt es sich bei dem Insolvenzverwalter um einen Rechtsanwalt, der in dem Bezirk sein Büro hat, in dem auch die Insolvenz erklärt wird. Diese Rechtsanwälte sind Fachanwälte für das Insolvenzrecht und auch als solche beim Gericht registriert.

Die Pflichten des niederländischen Insolvenzverwalters

Die erste Pflicht des Insolvenzverwalters besteht in der Liquidierung (Abwicklung) der Firma und darin, möglichst viel Geld einzutreiben, mit dem die Ansprüche der Gläubiger (zumindest teilweise) bezahlt werden können. Um diese Gelder aktiv einzutreiben, verkauft der Insolvenzverwalter das Inventar und die Vorräte der Firma. Nach Möglichkeit verkauft er diese Vermögenswerte für einen Neustart und kann dann auch einen Betrag für den verbleibenden Geschäftswert der Firma in Rechnung stellen. Außerdem versucht der Insolvenzverwalter, die offenen Geldforderungen einzutreiben; manchmal wird dazu ein Rechtsanwalt eingeschaltet.

Der Insolvenzverwalter prüft die Haftungsfragen

Eine weitere Pflicht des Insolvenzverwalters besteht darin, zu prüfen, ob die Geschäftsführung haftbar gemacht werden kann. Bei Misswirtschaft, die somit eine Haftung der Hauptgeschäftsführer bedingt, fordert der Insolvenzverwalter die Hauptgeschäftsführer auf, den Fehlbetrag der Insolvenz (zumindest teilweise) zu begleichen. Wenn die Hauptgeschäftsführer dieser Aufforderung nicht nachkommen, kann der Insolvenzverwalter nach eigenem Ermessen ein Gerichtsverfahren gegen die Hauptgeschäftsführer einleiten.

Arglist: betrügerische Geschäfte

Der Insolvenzverwalter prüft zudem ebenfalls betrügerische Geschäfte. Solche betrügerischen Geschäfte liegen dann vor, wenn vor der Insolvenz Vermögenswerte der Firma unterschlagen worden sind. Das kann in unterschiedlicher Weise erfolgen. Beispielsweise ist der Verkauf der Vermögenswerte der Firma für einen zu geringen Preis an Freunde oder Bekannte verboten. Ebenfalls untersagt ist der Verkauf von Vermögenswerten zum richtigen Verkaufspreis an einen Gläubiger unmittelbar vor der anstehenden Insolvenz und das nachfolgende Aufrechnen des Kaufpreises gegen den Anspruch dieses Gläubigers gegenüber der Firma. In diesem Fall ist der Kaufpreis nicht den gemeinschaftlichen Gläubigern zugute gekommen. Stattdessen hat lediglich der Käufer dieser Vermögenswerte einen gewissen Betrag erhalten.

Die Rolle des Untersuchungsrichters bei einer Insolvenz

Bei einer Insolvenzerklärung wird nicht nur ein Insolvenzverwalter, sondern auch ein Untersuchungsrichter bestellt. Der Untersuchungsrichter ist im Wesentlichen dafür zuständig, den Insolvenzverwalter zu beaufsichtigen. Beispielsweise muss der Insolvenzverwalter die Genehmigung des Untersuchungsrichters einholen, um ein Gerichtsverfahren gegen einen Schuldner einzuleiten, der zahlungsunwillig ist. Dies gilt ebenfalls für die Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen einen Hauptgeschäftsführer aufgrund der Haftung der Hauptgeschäftsführer sowie die Entlassung von Mitarbeitern oder die Auflösung eines Mietvertrags. Somit übernimmt der Untersuchungsrichter eine Überwachungsrolle.

Eine niederländische Anwaltskanzlei in Amsterdam

In unserer Anwaltskanzlei sind Rechtsanwälte tätig, die sehr viel Erfahrung mit dem Insolvenzrecht haben. Sie werden selbst auch oft zu Insolvenzverwaltern in Insolvenzfällen bestellt. Daher wissen sie sehr gut, welche Themen bei Insolvenzfällen eine Rolle spielen. Unsere Anwälte können Sie auch über die nächsten Schritte im Insolvenzverfahren beraten und der Firma beim Gerichtsverfahren gegen die Insolvenzverwalter zur Seite stehen.