In den Niederlanden Konkurs anmelden: Wie funktioniert das?

In den Niederlanden Konkurs anmelden: Wie funktioniert das?

In diesen Zeiten einer schwachen Konjunktur werden sehr viele Konkurse angemeldet. Dies kann auf eigene Anzeige oder auf Antrag eines Gläubigers erfolgen. Das niederländische Insolvenzrecht legt fest, dass jeder Schuldner, der sich in dem Zustand befindet, Zahlungen eingestellt zu haben, durch Urteil für zahlungsunfähig erklärt werden kann. Der Konkursantrag wird von Gläubigern häufig als Inkassomittel verwendet. Der niederländische Rechtsanwalt für Insolvenzrecht Sander Schouten erläutert, wie ein Konkursanmeldung abgewickelt wird.

Eigene Konkursanzeige

Wenn einem Unternehmen das Wasser bis zum Hals steht, muss ein Geschäftsführer abwägen, ob es erforderlich ist, eine eigene Konkurserklärung abzugeben. Falls diese nicht rechtzeitig erfolgt, kann dies manchmal zur persönlichen Haftung der Geschäftsführer führen. Deshalb ist es wichtig, bei Zahlungsschwierigkeiten rechtzeitig in Kontakt mit einem Insolvenzanwalt zu treten. Wenn es vernünftig erscheint, eine eigene Konkurserklärung abzugeben, kann dies auf zwei Arten erfolgen.

Konkursantrag über Antrag oder Formular

Zunächst kann der Konkursantrag mittels einem Antrag, den der Rechtsanwalt des Unternehmens einreicht, gestellt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, über ein Formular, das vom niederländischen Gericht unter anderem digital zur Verfügung gestellt wird, Konkurs anzumelden. Nachdem die eigene Anmeldung mit den obligatorischen Anhängen beim Gericht eingegangen ist, wird der Antrag meistens während einer kurzen Sitzung erörtert. In der Regel finden Insolvenzsitzungen dienstags statt. Meistens wird der Konkurs noch am gleichen Tag ausgesprochen.

Konkursantrag durch Gläubiger als Inkassomittel

Der Konkursantrag wird häufig von Gläubigern als Inkassomittel verwendet, weil es sich um ein schnelles und somit relativ kostengünstiges Verfahren handelt. Zudem ist eine Konkursanmeldung ein starkes Druckmittel. Die Folgen für den Schuldner bei einem stattgegebenen Konkursantrag sind nämlich groß. Um einen Konkurs zu vermeiden zahlt der Schuldner die Forderung häufig im letzten Moment doch noch, sodass ein Konkurs abgewendet werden kann.

Rechtsanwalt reicht Konkursantrag im Namen des Schuldners ein

Ein Gläubiger, der den Konkurs eines Schuldners anmelden möchte, muss dafür einen Rechtsanwalt einschalten, damit dieser einen Antrag stellt. Der Gläubiger muss in einem Konkursverfahren darlegen, dass seine eigene Forderung einklagbar ist und dass einer oder mehrere andere Gläubiger nicht bezahlt worden sind. Dies wird auch der Grundsatz von Pluralität von Gläubigern genannt. Ein Gläubiger reicht somit im Prinzip nicht aus, auch nicht, wenn dieser Gläubiger mehrere Verbindlichkeiten hat, die unbezahlt bleiben. Häufig sucht der Rechtsanwalt, der die Konkursanmeldung erstellt, darum nach einer so genannten „Forderung von anderen Gläubigern“. Durch Darlegung dieser Forderung von anderen Gläubigern bei der Sitzung wird, sofern der Antragsteller selbst auch eine rechtsgültige Forderung hat, die Pluralitätsvorschrift erfüllt.

AMS Rechtsanwälte auf Konkursanmeldungen spezialisiert

AMS Rechtsanwälte verfügt über sehr erfahrene Rechtsanwälte im Konkursrecht. Unsere Rechtsanwälte werden selbst regelmäßig als Konkursverwalter und Verwalter in Zahlungsvergleichen eingesetzt, sodass sie genau wissen, worauf bei der Einreichung eines Konkursantrags zu achten ist. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf, falls Sie Fragen haben.

Sander Schouten - Advocatenkantoor AMS Advocaten
Sander Schouten Sander ist seit 2001 als Rechtsanwalt zugelassen. Am Beginn seiner Berufstätigkeit war er für mittelgroße Anwaltskanzleien in Amsterdam tätig. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen bei der Beratung in gesellschaftsrechtlichen, insolvenzrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragen. Folgen Sie Sander auf Google und LinkedIn. Sander ist per E-Mail und +31 (0)20-3080315 erreichbar.
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